Montag, 28. Mai 2018
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Chronik

In den Jahren nach dem Jahrhundertwechsel wuchs Sereetz durch die aufkommende Industrialisierung spürbar an. Durch das erhöhte Einwohneraufkommen und der sich ändernden Ortsstruktur wurde der Ruf nach Sicherheit lauter. In den Nachbardörfern Pansdorf, Ratekau und Techau gab es bereits Feuerwehren, nun sollte auch in Sereetz eine solche Wehr entstehen.

Am 28.12.1912 um 08:30 Uhr trafen sich 26 Sereetzer Bürger um über die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu beraten. Es wurde über Statuten, Funktionen und Feuerwehrgebrauchsartikel diskutiert und am Ende der Versammlung wurde die Gründung unserer Wehr zum 01.04.1913 beschlossen.

Für den aktiven Dienst meldeten sich 20 Bürger und wählten folgende Funktionsträger:

Hauptmann: G.Evers    
1.Zugführer: A. Möller
2.Zugführer:            E. Lüders  
Kassierer: F. Wendt Schriftwart:             M. Schauer  
Hornisten: J. Wiggers,  J. Steder Rohrführer:             E. Cordts, H. Kadow  
Spritzenmeister: F. Hilgenfeld    

Weitere Mitglieder:

F. Benett, G. Teege, W. Ott, F. Böhls, W. Ketelhohn, E. Frähmke, G. Frähmke,  G. Schuld, J. Klaasen und A. Lerch.

Am 01.04.1913 trat die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Sereetz in Kraft und die Wehr nahm Ihren Dienst für die Gemeinschaft auf. Noch war die Ausrüstung von einfacher Struktur und auf die Bekämpfung von Bränden optimiert, aber die Begeisterung der Mannschaft war groß.

Das erste Einsatzfahrzeug war eine, durch ein Pferdegespann gezogene Handdruckspritze. Die Pferde wurden im Alarmierungsfall durch einen der ortsansässigen Bauern bereitgestellt.

Am 20.04.1913 wurde das Spritzenhaus mit Trockenturm eingeweiht, die Kosten betrugen 709,50 Mark.

Für den Zeitraum 1914 – 1918 (I WK) und 1939 – 1945 (II WK) sind leider nur sehr wenige schriftlichen Unterlagen vorhanden.

Die FF Sereetz von 1928

1942 hatte die alte Handdruckspritze ausgedient und wurde durch eine Tragkraftspritze Magirus TS8 abgelöst, zusätzlich bekam die Wehr einen Mannschaftstransportwagen.

Durch die gewonnene Mobilität wurde auch der Einsatzradius größer. 1944 -1945 war die Wehr nach den Bombennächten auch in Hamburg und in Kiel im Einsatz. Insbesondere in Kiel kämpften die Sereetzer Männer unter Einsatz von Leib und Leben gegen Hitze, Flammen und Trümmer.

1947 wurde die Wehr mit einem Opel Blitz aus alten Wehrmachtsbeständen ausgerüstet. Um das Fahrzeug zu nutzen musste es durch Eigenarbeit renoviert, umgebaut und in Rot umlackiert werden. Das Fahrzeug war bis 1960 im Einsatz.

In den Jahren 1950/51 gab es ungewöhnlich viele Brandeinsätze. Hier einige Beispiele:

17.05.1950 Feuer in der Volksschule Schwartau --- 23.05.1950 Feuer im Unternehmen Wegner in Rensefeld --- 12.09.1950 Großfeuer bei Bauer Wulf in Pansdorf --- 22.03.1951 Feuer im Konsum in Rensefeld --- 08.04.1951 Feuer in der Wandplattenfabrik in Dänischburg ---24.04.1951 Waldbrand an der Bahnstrecke Dänischburg

1953 wurde das alte Gerätehaus abgerissen, aber die Ziegel wurden für den Bau des neuen Feuerwehrhauses wieder verwertet. 1954 wurde das neue Gerätehaus neben der Alten Schule am Ende der Berliner Straße in Betrieb genommen.

Am 01.01.1954 wurde Katastrophenalarm gegeben. Hochwasser am Timmendorfer Strand überspülte die Promenade und bedrohte die Keller zahlreicher Häuser und Hotels. Nur 17 Tage später wurde erneut Katastrophenalarm ausgelöst. Diesmal zog eine Windhose in Ovendorf eine Spur der Verwüstung hinter sich her.

Die FF Sereetz 1956

28.01.1960 wurde ein neues LF8 (Opel Blitz mit Metzaufbau) an die Wehr ausgeliefert.

22.-24.04.1963 feierte die Freiwillige Feuerwehr Sereetz Ihren 50. Geburtstag. Das Fest wurde auf der Hauskoppel des Bauern Gloy gefeiert.

1964 bekam die Wehr Ihre erste Fahne. Diese wurde durch Spenden von Förderern finanziert und durch den Landesbischof Kieckbusch geweiht. Die erste Fahnengruppe bestand aus den 3 B´s: Hermann, Hugo und Otto Behncke.

Da die Sereetzer Wehr über 2 Autobahnabschnitte (A1 und A226) wacht, bekam sie am 06.08.1965 einen 250 kg Pulveranhänger durch die Gemeinde überreicht.

Vom 01.01.- 05.-01.66 wurde gemeinsam mit 200 Feuerwehren aus Lübeck und den benachbarten Landkreisen der das Hochwasser an der Lübecker Wakenitz durch intensiven Pumpeneinsatz begrenzt und der Pegel gehalten.

Am 02.09.1967 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Zum 1. Jugendwart wurde E. Bornhöft gewählt.

Das Einsatzspektrum der Feuerwehr wird immer größer. Es reicht von Großbränden im heimischen Wald (06.07.1968) über einen brennenden Kraftfahrzeuge (mit Sägespäne beladendem LKW 01.04.1969) und einem explodierenden Ölofen (07.11.1969) bis zum Personentransport; im Winter 69/70 ist der Schulbus -Transfer ausgefallen und die Schülerinnen und Schüler wurden durch die Feuerwehr zum Unterricht gefahren.

Am 05.06.1970 wurde die Wehr mit Ihren ersten Atemschutzgeräten ausgerüstet. Jetzt war man im Bereich Brandschutz auch für den Innenangriff gewappnet.

Da der verfügbare Platz im alten Gerätehaus nicht ausreichte wurde 1971 ein neues Gerätehaus beantragt. Dem Antrag wurde zugestimmt und 1974 wurde das neue Gerätehaus eingeweiht. Zum ersten Mal verfügte man jetzt nicht nur über eine Fahrzeughalle, sondern auch über einen eigenen Unterrichtsraum. 1992 wurde das Gebäude um eine weiter Fahrzeughalle erweitert.

Die FF Sereetz 1974

Im März 1975 wurde ein neues LF8 (Mercedes 608 mit Metz-Aufbau) in den Bestand der Wehr übernommen. 1999 wurde das Fahrzeug an unsere Partnergemeinde nach Polen überstellt und leistet dort noch heute seinen Dienst.

Im September 1977 wurde der Jugendfeuerwehr zu Ihrem 10. Geburtstag durch E. Bornhöft eine Fahne gestiftet.

Langweilig ist die Mitgliedschaft in der Feuerwehr auch in den 80er Jahren nie gewesen. Hier einige Beispiele: Im August 1980 wird ein gestohlener PKW in Brand gesetzt, im Juli 1981 brennt in Ratekau eine Scheune bis auf die Grundmauern nieder, Juli 1983 Großfeuer: 40.000 qm Wald stehen in Flammen, Juli 1984 kalter Blitzschlag in der Bostedtstraße, Januar 1985 Schornsteinbrand im Hochhaus, im März 1986 brennt die Hühnerfarm in Ratekau ab, Sylvester 1988 gab es ein Großfeuer im „Luschendorfer Hof“, 19.07.1989 Großfeuer in Alt Ruppersdorf.

1983 kaufte sich die Wehr aus eigenen Mitteln einen gebrauchten VW-Bus und macht ihn „feuerwehrtauglich“. Das Fahrzeug leistete bis 1985 seinen Dienst.

1986 bekam die Wehr zusätzlich das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Feuerwehr Techau. 1994 wurde dieser Ford-Transit wegen sehr hohen Reparaturkosten ausgemustert und als Ersatz wurde der gebrauchte Transit der Kameraden aus Warnsdorf übernommen.

Besondere Einsätze in den 90er Jahren:

11.03.93 Großfeuer in Warnsdorf --- 22.04.94 Großfeuer in Rupperdorf --- 22.01.95 Dachstuhlbrand auf der „Sielbeck-Ranch" --- 04.06.95 Großfeuer in Techau (Rehtschenke) --- 20.06.98 Dachstuhlbrand am Schillerberg --- 07.11.98 ein Kind wird aus einer Erdhöhle gerettet ---09.11.98 Dachstuhlbrand in der Schwartauerstraße --- 27.11.98 Großbrand „Blücher Eiche“.

Am 20.11.1992 wurde der Fahrzeughallenanbau eingeweiht.

Am 10.10.1995 ging ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. Wir konnten uns erneut einen gebrauchten VW Bus (MTW), der durch Spenden­gelder von Firmen, Förderer und aus eigenen Mitteln finanziert wurde, anschaffen. Das Fahrzeug diente uns bis 2011.

1999 luden wir zur 1. Fire & Ice Party in die Sporthalle Sereetz ein.

1999 wurde der Wehr ein neues LF8/6 durch den Bürgermeister übergeben. Das Fahrzeug blieb bis 2013 in unserem Bestand und wurde dann an die Feuerwehr Offendorf abgegeben.

Besondere Einsätz bis heute:

28.12.00 Brand einer Pizzeria in der Schwartauerstraße --- 13.09.03; Dachstuhlbrand in Ratekau/Rosenstraße --- 09.01.05 Kellerbrand in einem Reihenhaus am Hammersberg --- 06.02.06 schwerer Verehrsunfall mit 3 Verletzten auf der L181 --- 14.10.06 Brand in einem Einfamilienhaus am Schillerberg – eine Person konnte nur noch Tot geborgen werden --- 12.08.07 Hochwasser in Dahme, es wurde in 12 Stundenschichten Wasser abgepumpt --- 22.08.08 Großfeuer in Warnsdorf --- 17.12.09 Feuer in einer KFZ-Werkstatt --- 03.02.10 Schneelast von Hallendächern nehmen --- 02.10.10 Wohnungsbrand in der Walkmöhle;  eine Person verstarb noch vor der Alarmierung der Feuerwehr --- 05.11.10 schwerer Verkehrsunfall mit 8 Verletzten Personen auf der A1 --- 06./07.05.2011 drei Waldbrände in 2 Tage --- 07.07.2011 nach einem Starkregen wurde an 19 Stellen Wasser abgepumpt

Im April 2002 konnten wir ein neues TSF-W in unseren Bestand übernehmen, dieses Fahrzeug steht uns bis heute zur Verfügung.

Am 11.09.2010 stellt sich die Wehr erfolgreich der 1. Stufe der Leistungbewertung „Roter Hahn“ und ein Jahr später folgte die 2. Stufe (01.10.2011).

Am 20.07.2012 erhielten wir als Ersatz für den ausgemusterten VW-Bus (MTW) einen neuen Ford-Transit als Mehrzweckfahrzeug (MZF).

Die Einsatzabteilung 2012

Am 30.04.2013 überreichte uns der Bürgermeister ein neues HLF 20 auf IVECO Fahrgestell. Mit diesem Fahrzeug ist die Wehr für die Brandbekämpfung und für die technische Hilfeleistung gut aufgestellt.

Vom 30.08.-01.09.2013 feierten wir unser 100 jähriges Bestehen. Zusammen mit Gästen aus nah und fern (z.B. unserer Paten-Feuerwehr aus Ostrowice/Polen) feierten wir 3 Tage lang: Festkommers, Familienfest, Radio_Nora-Party und ein zünftiger Frühschoppen standen auf dem Programm.

Alle Einsatzzahlen, Ereignisse, Anschaffungen und Besonderheiten seit 2013 entnehmen Sie bitte den Journalen.

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